PH-Wert Nährstoffe Hauptnährelemente

Böden sind verschieden

1.Sandböden

Zwischen den relativ groben Sandkörnern bleiben entsprechend große Poren, durch die das Wasser rasch versickert. Auch Nährstoffe kann der Boden nicht festhalten. Andererseits füllen sich die Zwischenräume reichlich mit Luft, die für die Pflanzenwurzeln unentbehrlich ist. Sand ist einfach zu erkennen, denn es lassen sich die einzelnen Körnchen deutlich spüren. Sie bleiben nicht an den Fingern haften und lassen sich im trockenen Zustand nicht formen.

2. Ton-Böden

Die Tonteilchen sind winzig klein und verklebt und bilden kaum Zwischenräume. Wenn der Boden nicht gerade völlig ausgetrocknet ist, haftet in diesen Zwischenräumen Wasser, das so kräftig gebunden ist, dass es nur im geringen Maß an die Pflanze abgegeben werden kann. Deshalb können sich in einem Tonboden rasch Welkerscheinungen zeigen, obwohl genügend Wasser vorhanden ist. Luft hat zwischen den wenigen wassergefüllten Zwischenräumen sowieso kaum Platz. Dafür können sich an den vielen winzigen Teilchen mit relativ großer Oberfläche in hohem Maße Nährstoffe anlagern.
Ton ist so plastisch, dass er nur noch als geschlossene Form mit mehlig-glatter Oberfläche erscheint. Er lässt sich gut ausrollen. Je nach beigemengtern Körnchen bzw. Feinsubstrat kann das Substrat noch genauer bezeichnet werden (sandig, tonig usw).

3. Schluff-Böden

Der Schluff liegt mit all seinen Merkmalen genau zwischen den beiden Extremen Sand und Ton. Trotzdem stellt Schluff noch nicht das Optimum eines Mineralbodens dar. Da in der Praxis in den seltenen Fällen ein „reinrassiger“ Boden nur mit einer, klar definierbaren Korngrößenfraktion vorliegt, müssen meist die Mischungen definiert werden. Es gibt dann schluffigen Sand, tonigen Schluff, sandigen Ton usw.
Zwischen den Fingern fühlt sich der Schluff leicht mehlig an, die Einzelkörner sind nicht mehr zu unterscheiden. Das Material haftet zwar ein wenig, lässt sich aber nicht ausrollen, wie der Ton.

4.Lehm-Böden

Für einen Boden, in dem alle drei Bestandteile gemischt vorhanden sind, existiert eine neue Bezeichnung, die allgemein bekannt ist, Lehm. Je nach vorherrschender Körnungsart spricht man von sandigem oder tonigem Lehm. Im schluffigen Lehm findet man schließlich die optimale Mischung aller physikalischen Eigenschaften, was ihren Einfluss auf das Gedeihen der Pflanzen betrifft.
Lehn besteht größtenteils aus Feinsubstanz, enthält aber auch deutlich fühlbare Sandkörner. Er ist bindiger und formbarer, als die vorher genannten Bodenarten und lässt sich zu bleistiftartigen Würstchen ausrollen.

5.Humus

Die meisten Böden enthalten in ihrer obersten Schicht mehr oder weniger Humus, der von zahlreichen Lebewesen bewohnt wird. Der bei der Zersetzung toter Pflanzen und Tiere entstehende Humus besteht aus großen Molekülen, die Ionen aus dem umgebenden Wasser an ihre Oberfläche anlagern. Dadurch werden lösliche Salze festgehalten. Im Humus befinden sich also die meisten Nährstoffe.

Es gibt noch weitere besondere Bodenformen,z.B. die Moorböden, die sehr sauer und nährstoffarm sind und die nährstoffreichen Salzwiesen, auf denen nur salz-resistenze Pflanzen wachsen können z.B. der Queller.


Bedeutung des pH-Wertes im Boden

Allgemeines

Der pH-Wert des Bodens (in H2O und in CaCl2 0,01 n), die sogenannte Bodenreaktion, ergibt sich aus der H-Ionen-Aktivität in der Bodenlösung. Diese wird in erster Linie durch die freien H+- (besser H30+-) Ionen dissoziierter anorganischer und organischer Säuren, durch hydrolysierte Al-Salze, sowie u.U. durch gelöstes C02 bestimmt. Mit der Messung in Wasser bestimmt man die aktuelle Protonenaktivität, mit der Messung in CaCl2 die effektive Protonenaktivität.

In mitteleuropäischen Böden, deren pH-Werte im allgemeinen zwischen etwa 3,0 und 8,0 (gemessen in wäßriger Suspension) liegen, hat die H+-Ionen-Konzentration kaum direkten Einfluss auf die höheren Pflanzen. Da sie aber viele chemische und biologische Prozesse im Boden beeinflusst, steht sie in engem Zusammenhang mit der Verfügbarkeit vieler Nährstoffe und mit der Bodenstruktur. In sauren Böden können z.B. einerseits P-, Mg- und Ca-Mangel, andererseits aber toxische Konzentrationen von Al und Mn auftreten. Eine sehr große Bedeutung hat der pH-Wert des Bodens für den Stickstoffhaushalt: Saure Bodenreaktion ist in der Regel mit weitem C/N-Verhältnis des Humus und dem Überwiegen von NH4-Stickstoff im Mineralstickstoff-Angebot verbunden. Daher ist trotz der Komplexität der Beziehungen zwischen Bodenreaktion und Vegetation die Bindung vieler Pflanzenarten und Pflanzengesellschaften an bestimmte pH-Bereiche - zumindest innerhalb ein und desselben Klimabereichs - recht eng. 

Wichtiges für den Gärtner

Die meisten Kulturpflanzen bevorzugen eine schwachsaure Bodenreaktion und pH-Werte zwischen 6 und 7. Ausgesprochen sauer lieben es die Moorbeetpflanzen, zu denen Rhododendren, Azaleen und Heidekraut gehören. In alkalischen Böden ( ab pH 7 ) fühlen sich nur wenige Pflanzen wohl. Schwachalkalisch darf die Erde für Süßkirschen, Kohl, Sellerie, Möhren und Schnittlauch sein.
Kalk bindet Säuren und verändert die Bodenreaktion in Richtung auf den alkalischen Bereich. Er schließt Nährstoffe auf und verbessert die Krümelstruktur und regt das Bodenleben an. Dennoch ist Vorsicht geboten. Ein Übermaß an Kalk kann Schäden hervorrufen, die nur schwer wieder zu regulieren sind. Es entsteht eine alkalische Bodenreaktion. Dadurch werden wichtige Spurenelemente, aber auch Phosphorsäure in der Erde gebunden. Sie sind für die Pflanzen nicht mehr erreichbar, so dass Mangelkrankheiten entstehen können.
In einem nach biologischen Methoden gepflegten Garten ist das Kalkproblem eigentlich nur eine Randerscheinung. Durch naturgemäße Pflegemaßnahmen wird der Kalkgehalt im allgemeinen ausgeglichen sein. Deshalb sollte sich der biologische Gärtner vor allem einige grundsätzliche Gesichtspunkte merken. Böden mit niedrigem pH-Wert brauchen eine Kalkaufbesserung. Aber gerade hier ist besondere Vorsicht geboten, weil zum Beispiel leichte Sandböden größere Mengen von Kalk nicht verkraften können. Lehmige Böden enthalten meist genügend Kalkvorräte. Auch ihr pH-Wert liegt in der Regel in einem schwachsauren bis neutralen Bereich, der den meisten Pflanzen zusagt.
Einen deutlichen Fingerzeig in Richtung Kalkgehalt können auch Pflanzen geben. 

Schlechten Kalkzustand signalisieren zum Beispiel Wilde Stiefmütterchen, Bauernsenf und Hasenklee, Hundskamille, Kleiner Sauerampfer, Schmalblättriges Weidenröschen.

Ackerwinde, Gauchheil, Ackerhellerkraut, Löwenzahn, Leinkraut, Lichtnelke, Salbei und Wegwarte zeigen einen guten Kalkzustand an.

Anzustrebende pH-Werte für verschiedene Böden

Sandböden 5,6 - 6,0
Tonböden 7,0
Torfböden  4,0 - 5,0

 


Pflanzen brauchen Nährstoffe


Luft und Wasser sorgen für die mengenmäßig wichtigsten chemischen Elemente, die die Pflanzen zum Wachstum brauchen. Aus der Luft werden Kohlendioxyd CO2 und Sauerstoff O2 entnommen und die Wurzel saugen das Wasser H2O auf.
Durch die Sonnenstrahlung kann dann die Photosynthese stattfinden: In den Chloroplasten der Laubblätter werden mit Hilfe der Lichtenergie Wasser und Kohlendioxyd auf gespalten und aus den Bestandteilen Kohlenhydrate gebildet. Diese sind chemische Energiespeicher und die bekannteste Form ist der Zucker und die Stärke.
Die anderen Elemente, die die Pflanze zum Wachstum braucht, sind in der Natur im Boden vorhanden und können über die Wurzeln aufgenommen werden. Das heißt, es wachsen auf jedem Boden nur die Pflanzen, die mit den vorhandenen Bedingungen zurecht kommen.

 

Die Hauptnährelemente:

Stickstoff (N)

Er ist verantwortlich für das Wachstum der Blätter und Blüten. Je besser die Stickstoffversorgung, desto dunkler ist die Laubfärbung. Auch für den Aufbau des Blattgrüns und die Bildung von Aminosäuren (Eiweiße) und Vitaminen ist Stickstoff notwendig.
Der Boden enthält dieses Element meist in organisch gebundener Form, z.B. durch die Zersetzung abgestorbener Pflanzenteile. Durch sie wird auf natürlichem Weg Stickstoff in Form von Ammoniumverbindungen frei. Bodenbakterien können diese dann in pflanzenverfügbares Nitrat umwandeln. Ebenso können einige Pflanzenarten z.B. die Schmetterlingsblütler, den Luftstickstoff mit Hilfe ihrer Knöllchenbakterien verfügbar machen.
Ist viel N im Boden vorhanden, setzt die Pflanze das in vermehrtem Blattwuchs um. Bei Mangel kümmert die Pflanze (Miniwuchs) und ihre Blätter werden hell, es bilden sich auch wenig Samen aus.
Wird der Boden überdüngt mit N werden die Pflanzen anfällig und ihre Zellen sind aufgedunsen und wässrig (Treibhaussalate mit künstliche N-Zufuhr). Es können sich Stickstoffsalze in den Zellen einlagern.
Untersucht man Pflanzen chemisch auf ihren N-Gehalt/bezogen auf das Trockengewicht wird man feststellen, dass er im Frühjahr am höchsten ist und im Laufe des weiteren Jahres stetig abnimmt.

Kalium (K)

Kalium ist nach Stickstoff, Wasser-, Kohlen- und Sauerstoff das am stärksten vertretene Element. Es dient der Festigkeit der Zellwände, sowie der Widerstandfähigkeit gegen Pilzerkrankungen. 

Phosphor (P)

Phosphor benötigt die Pflanze in geringeren Mengen als Stickstoff und Kalium. Es ist aber sehr wichtig, weil es wesentlich am Pflanzenstoffwechsel beteiligt ist. Es wird zur Blütenbildung benötigt und fördert die Reife von Samen und Früchten und ist ein Bestandteil der Enzyme.

Magnesium (Mg)

Dieses Element ist ein wichtiger Bestandteil des Chlorophylls. Bei Fehlen vergilben die Blätter und die Anfälligkeit für Schädlinge steigt.

Calcium (Ca)

Calcium trägt zur Stabilität der Zellwände bei und spielt eine wichtige Rolle für die Lagerfähigkeit von Früchten. Seine wichtigste Funktion aber erfüllt Calcium nicht in der Pflanze, sondern im Boden. Es begünstigt eine krümelige Struktur und beeinflusst entscheidend den pH-Wert, der wiederum für die Aufnahme der Nährelemente zuständig ist.

Schwefel (S)

Beim Fehlen von Schwefel vergilben die jungen Blätter. Allerdings gibt es in den heutigen Böden genug Schwefel, schon alleine durch den sauren Regen und die Abgase.
Schwefel ist ein wichtiger Bestandteil von Aminosäuren in den Pflanzen.

Silicium (Si)

Silicium ist wichtig für den Wasserhaushalt und die Stabilität der Zellwände. Es ist in den meisten Böden ausreichend vorhanden.

Spurenelemente 
Eisen (Fe),Mangan (Mn), Chlor (Cl), Bor (B), Molybdän (Mo), Zink (Zn) und Kupfer (Cu)
werden nur in geringen Mengen von den Pflanzen benötigt, sind aber für den Stoffwechsel unersetzlich, wie alle anderen Elemente.

Nährstoffüberschuss

Nicht nur Nährstoffmangel, sondern auch Nährstoffüberschuss kann sich bei den Pflanzen durch verringerte Widerstandskraft bemerkbar machen.
Der Stickstoff ist das beste Beispiel: Ein Überangebot sorgt für unharmonisches Wachstum der Zellen, sie werden innerhalb ihrer dünnen Wand mit Wasser aufgeschwemmt und somit ein ideales Angriffsziel für Pilzhyphen oder Schadinsekten, um so mehr, als die überschüssigen Nährstoffe in der Zelllösung wie Zucker wirken.
Bei den anderen Elementen sind die Auswirkungen nicht so stark ausgeprägt, aber doch erkennbar. Häufig wird der Schaden indirekt durch Verdrängung eines anderen Nährstoffes verursacht, der zwar ähnlich ist, aber andere Funktionen ausübt, so dass sich der Überschuss des einen Elementes als Mangel eines anderen äußerst.
Zusammenfassung: Die Pflanzen besitzen die Fähigkeit Nährstoffe nach Bedarf zu wählen und aufzunehmen. Ist aber ein Überangebot vorhanden, wird diese Fähigkeit außer Kraft gesetzt und 
die eigene Wahl der Pflanze wird ersetzt durch die chemische Gesetzmäßigkeit das aufzunehmen, was in höchster Konzentration in der Bodenlösung vorhanden ist.
Anstelle gezielter Befriedigung der Bedürfnisse tritt ein von außen gelenkter Luxuskonsum. Die Pflanzenzelle bildet nahrhafte Proteinbestandteile im Überschuss und gleicht die hohen Gehalte durch mehr Wasser aus. Die Folge sind dünnhäutige, anfällige Pflanzenzellen.
Bei Naturböden herrscht ein Gleichgewichtszustand, der zwar nach Bodenart eine andere Nährstoffzusammensetzung enthält, aber für die darauf wachsenden Pflanzen in ausreichender Menge und niemals im Überschuss vorhanden ist.
Bei kultivierten Böden ist der Gleichgewichtszustand oft gestört, einmal durch den Entzug der organischen Substand durch Ernten und zum anderen durch oft unkontrolliertem Einbringen von Nährstoffen, meist Gülle, auf diese Böden.

Anzeiger für hohen Stickstoffgehalt (nur eine kleine Auswahl)
Brennessel  Urtica spez.
Garten-Wolfsmilch Euphorbia peleus
Giersch  Aegopodium podagraria
Gewöhnliches Greiskraut  Senecio vulgaris
Hirtentäschel  Capsella bursa-pastoris
Kleinblütiges Knopfkraut Galinsoga parviflora
Kohl-Gänsedistel  Sonchus oleraceus
Persischer Ehrenpreis Veronica persica
Vogelmiere Stellaria medica
Weißer Gänsefuß Chenopodium album


Anzeiger für geringen Stickstoffgehalt

Acker-Fuchsschwanz  Aloepecurus myosuroides
Breitblättriger Hohlzahn Galeopsis ladanum
Rauhaarige Wicke Vicia hirsatum
Hundsveilchen Viola canina
Mittlerer Wegerich  Plantago media
Hungerblümchen  Erophila verna
 


Die Wirkung der Nährelemente  

Nährelement

 

Mangelerscheinung

Überdüngung

 

 

 

 

 

 

 

Kümmerlicher Wuchs, helle

Mastige,anfällige Pflanzen

Stickstoff

 

Färbung der älteren Blätter

mit wässrig aufgedunsenen

 

 

geringe Ernte

 

Zellen

 

 

 

 

 

 

 

Wachstumshemmung mit

Stoffwechselstörungen (v.a.

Phosphor

 

rötlicher Verfärbung der

Anreicherung im Boden,

 

 

älteren Blätter, geringer

teilweise Gewässer

 

 

Blüten- und Fruchtansatz

 

 

 

 

 

 

 

 

schlaffe Pflanzen,ältere Blätter

Wuchsminderung

Kalium

 

vom Rand her aufgehellt,später

 

 

 

Braun-Färbung,geringes Wurzel-

 

 

 

wachstum

 

 

 

 

 

 

 

Magnesium

 

ältere Blätter vergilben

Anfälligkeit für Schädlinge

 

 

zwischen den Blattrippen

 

 

 

 

 

 

 

 

schwache Zellwände verursachen

behindert die Phosphoraufnahme

Calcium

 

Verbräunung an jungen Blättern,

verdrängt Kalium und Magnesium

 

 

"Stippigkeit" beim Apfel

 

 

 

 

 

 

 

 

schwache Zellwände, dadurch

keine Auswirkung

Silicium

 

anfällig für Krankheiten und

 

 

 

Schädlinge

 

 

 

 

 

 

 

Schwefel

 

jüngere Blätter vergilben

 

 

 

 

 

 

 

 

starke Gelbfärbung der jüngeren

 

Eisen

 

Blätter zwischen den Adern

 

 

 

 

 

 

 

 

Triebspitzen vergilben und

 

Bor

 

sterben ab

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Flecken,Aufhellungen zwischen

 

Mangan

 

den Blattadern, bei Gehölzen

 

 

 

an älterem Laub

 

 

 

 

 

 

 

 

weiss verfärbte u.verdrehte Blatt-

 

Kupfer

 

spitzen (in Hochmooren)

 

Mit freundlicher Genehmigung von Sabine Willig, die diese hervorragende Zusammenfassung erstellt hat!